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Alles im Blick? – Warum wir Offensichtliches übersehen und wie Kollisionsvermeidungssysteme Abhilfe schaffen

27.03.2020 Distracted Driving

Nehmen Sie sich kurz Zeit und schätzen Sie einmal Ihr eigene Wahrnehmung ein: Sind Sie davon überzeugt, dass Sie beim Autofahren stets in der Lage sind, den Straßenverkehr korrekt einzuschätzen und können Sie auf unvorhergesehene Situationen entsprechend reagieren? Falls ja, dann stellen Sie Ihre Fähigkeiten einmal auf die Probe und sehen sich dieses Video an.

Dieser Test wurde von der Londoner Verkehrsbehörde Transport for London (TfL) als Teil einer Kampagne entwickelt, die Autofahrer auf Fahrradfahrer aufmerksam machen soll. Mit dem Slogan “It’s easy to miss something you’re not looking for” (zu Deutsch: „Es ist leicht, etwas zu übersehen, nachdem man nicht sucht“) soll für das Thema Ablenkung hinterm Steuer sensibilisiert werden. Viele denken dabei in erster Linie an die Nutzung eines Smartphones während der Fahrt. Aber unsere Aufmerksamkeitsspanne kann auch auf andere Art und Weise verringert werden. Im eingangs erwähnten Video bemerken beispielsweise die meisten Menschen den Bären nicht, der durch das Bild läuft. Der Grund dafür ist, dass unser Gehirn selbst offensichtlichste Dinge übersieht, wenn die Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet ist − ein Phänomen, das auch unter dem Begriff Unaufmerksamkeitsblindheit bekannt ist.

Gefahrenquelle Aufmerksamkeit

Der Zusammenhang zwischen Unaufmerksamkeitsblindheit und Fahrsicherheit wird anhand eines Beispiels der American Psychological Association bewusst: Ein junger Fahrer ist mit dem Auto auf einer ihm bekannten Straße unterwegs. Dabei achtet er gewissenhaft auf die eigene Geschwindigkeit und behält die Außenspiegel und den Gegenverkehr konsequent im Blick. Plötzlich bemerkt er, dass vor seinem Fahrzeug ein Reh steht – jedoch zu spät. Er drückt mit voller Kraft auf die Bremse, kann einen Zusammenstoß mit dem Tier aber nicht mehr verhindern. Später wird der Fahrer darauf bestehen, dass seine Augen stets auf die Straße gerichtet waren und er auf seine Fahrweise genau geachtet hat. Dennoch hat er das Reh übersehen.

Was für das Reh gilt, kann genau so auf Fußgänger, Fahrradfahrer oder sogar andere Fahrzeuge übertragen werden: sie erscheinen für manche Fahrer wie aus dem Nichts. Die Schlussfolgerung ist dabei dieselbe: Gerade in vermeintlich bekannten Situationen, kann etwas Unvorhergesehenes auftreten, das vom menschlichen Gehirn entweder zu spät oder gar nicht wahrgenommen wird. Eine Studie der Sporthochschule Köln kommt sogar zu dem Ergebnis, dass Fehler in der Wahrnehmung auch dann auftreten können, wenn man diese erwartet. Es reiche bereits aus, wenn ein Gegenstand nicht exakt die vorgestellte Form oder Farbe hat, um potenziell übersehen zu werden.

Aber wieso kommt es überhaupt zu Unaufmerksamkeitsblindheit und wie lässt sich diese vermeiden?

Mythos Multitasking

Der Psychologe und kognitive Neurowissenschaftler Professor Dr. Torsten Schubert von der Berliner Humboldt Universität erklärt das Phänomen wie folgt: Das menschliche Gehirn ist entgegen weitläufiger Meinung nicht multitaskingfähig. Bereits mehr als zwei Aufgaben, für die jeweils eine Entscheidung oder eine konkrete Reaktion notwendig sind, können nicht gleichzeitig erledigt werden. Der Grund dafür ist der Aufbau des menschlichen Gehirns: Um eine Tätigkeit auszuführen, werden relevante Regionen im Gehirn aktiviert und miteinander verknüpft.

Beim Autofahren werden beispielsweise das Sehzentrum und das motorische Zentrum aktiviert. Sobald eine weitere Aufgabe ausgeführt wird, verlangsamt sich dieser Verkoppelungsprozess. Das Gehirn priorisiert die auszuführenden Aktionen und arbeitet diese nacheinander ab. Während wir uns scheinbar auf zwei Handlungen parallel konzentrieren, wechseln wir de facto permanent zwischen diesen hin und her.  Konkret bedeutet das für Autofahrer, dass bereits ein Telefonat selbst über die Freisprechanlage zu einer Verzögerung der Aufmerksamkeit führen kann. Kreuzt genau in diesem Moment ein Fußgänger die Straße, kann eine Kollision oft nicht mehr verhindert werden.

Mit Mobileye unfallfrei ankommen

Eine Studie der Allianz kommt zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2016 rund 350 Menschen bei Verkehrsunfällen, die auf Unaufmerksamkeit zurückzuführen sind, ums Leben kamen. Damit stellt Ablenkung am Steuer eine höhere Gefahrenquelle dar, als etwa das Fahren unter Alkoholeinfluss.

Mit dem Kollisionsvermeidungssystem Mobileye® 8 Connect kann die Unaufmerksamkeitsblindheit hinterm Steuer reduziert werden. Das Kollisionsvermeidungssystem verfügt neben einer integrierten Telematiklösung auch über akustische und visuelle Warner. Hindernisse oder andere Verkehrsteilnehmer werden damit zuverlässig erkannt und Fahrer vor Zusammenstößen rechtzeitig gewarnt, um diese zu vermeiden oder abzuschwächen.

Kontaktieren Sie uns und erfahren Sie mehr darüber, wie Mobileye 8 Connect Ihrer Flotte helfen kann, sowohl die Anzahl der Kollisionen als auch die Folgekosten zu senken.

Lesen Sie außerdem hier, mit welchen Tipps Sie Ablenkung am Steuer vermeiden.

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