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Risikomanagement statt Schutzengel

Natürlich könnten Fuhrparkleiter einen guten Draht zu einem Schutzengel gebrauchen. Die Sache hat nur einen Haken. Bleibt der Dienstwagen frei von Beulen, macht der Schutzengel einen guten Job. Kommt es zum Crash, lässt sich der vermeintliche Nothelfer nicht in Regress nehmen. Besser wäre es daher, der Fuhrparkverantwortliche zieht selbst alle Register, damit es erst gar nicht zu einem Unfall kommt. Das Schlüsselwort dafür lautet Risikomanagement. Dahinter steht die Idee, dass der Fuhrparkleiter Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen entwickelt.

Risikomanagement fängt bereits mit der Auswahl der Dienstfahrzeuge an.

  •  Eine Car Policy könnte zum Beispiel Vorgaben zur Ausstattung der Dienstfahrzeuge mit elektronischen Assistenzsystemen machen. Dann stünden nur solche Modelle zur Wahl, die mit den entsprechenden Systemen aufwarten.
  • Die Dienstwagennutzer wiederum sollten wissen, wie die Technologien funktionieren und wie sie optimal zum Einsatz kommen. In der Fuhrparkpraxis hat hier die von der Berufsgenossenschaft vorgeschriebene Einweisung der Mitarbeiter in ihr Fahrzeug einen hohen Stellenwert.

Unfallanalyse: Der Fuhrparkleiter als Detektiv

Ein Baustein fürs Risikomanagement ist die Analyse der Unfälle im Fuhrpark. Ein Fuhrparkleiter braucht bisweilen kriminalistisches Gespür, um den Ursachen auf die Spur zu kommen. Erst dann lässt sich Abhilfe schaffen.

  •  Typischer Fall: Ein Mitarbeiter liefert auf der Straße eine tadellose Fahrleistung ab, im Parkhaus jedoch schrammt er trotz elektronischer Einparkhilfe immer wieder gegen Pfeiler und Poller.
  • Denkbar wäre, dass er eine Sehschwäche hat. Risikomanagement könnte bedeuten, dass der Fuhrparkleiter dem Kollegen einen Sehtest beim Augenarzt empfiehlt.

Erfolgreiches Risikomanagement setzt umfassende Informationen über das Unfallgeschehen voraus. Erst dann kann der Fuhrparkverantwortliche aus dem Schaden klug werden.

  •  Was wäre davon zu halten, wenn die Zahl der Auffahrunfälle mit einem bestimmten Fahrzeugmodell bei Regen ansteigt? Der Dienstwagen entwickelt bei widrigem Wetter möglicherweise nicht die vom Fahrer erwartete Bremsleistung.
  • Risikomanagement könnte in diesem Fall bedeuten, dass der Fuhrparkleiter auf den Einsatz bestimmter Modelle in seinem Fuhrpark verzichtet.

 

Risikomanagement: Am besten auch mal quer denken

Die Ursachen für Auffälligkeiten können auch im privaten Umfeld des Mitarbeiters liegen.

  •  Fallen die Schäden am Dienstfahrzeug vor allem in Phasen der privaten Nutzung an, ist es vielleicht der Filius, der gerade seine Erfahrungen mit dem Fahrzeug macht.
  • In solchen Fällen gehört die Car Policy auf den Prüfstand.

Eventuell bietet sich eine Einschränkung der Privatnutzung an. Familienmitglieder dürfen das Auto dann nur ab einem bestimmten Alter und mit entsprechender Fahrpraxis fahren.

 

Die richtige Ansprache finden

Auch im Risikomanagement macht der Ton die Musik. Bei der Ansprache der Fahrer sollte der Fuhrparkleiter Fingerspitzengefühl an den Tag legen. Ideal sind regelmäßige Fahrerbesprechungen sowie Unfallanalysegespräche. In diesem Rahmen kann der Fuhrparkleiter die Mitarbeiter dafür sensibilisieren, dass sich selbst kleinere Schäden zu beachtlichen Summen auswachsen können.

Einen achtsameren Umgang mit dem Dienstwagen kann auch ein Fahrtraining befördern. Für einen gestandenen Vertriebsmitarbeiter ist es die Höchststrafe, wenn er wegen Parkschäden zu einem Fahrtraining geschickt wird, bei dem das Parken geübt wird.