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Fahrerassistenzsysteme: Eine Chance, Leben zu retten

Die meisten waren schon einmal in einen Autounfall verwickelt. Über 2,5 Millionen Verkehrsunfälle zählte die deutsche Polizei im letzten Jahr bei einer Einwohnerzahl von 81,1 Millionen. Oft handelt es sich um leichte Unfälle, bei denen die Beteiligten unverletzt bleiben. Aber nicht jeder hat so viel Glück. Allein im ersten Quartal dieses Jahres starben bei Verkehrsunfällen hierzulande 613 Menschen und 76.256 Menschen wurden verletzt.

Eine Studie der Boston Consulting Group beschäftigte sich kürzlich mit Unfällen in den Vereinigten Staaten und stellte fest, dass Fahrerassistenzsysteme Unfälle drastisch reduzieren und das Leben vieler Menschen retten können. Kampagnen wie „bester beifahrer () des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) machen sich ebenfalls für den Einsatz solcher Systeme in Deutschland stark.

Was sind Fahrerassistenzsysteme (FAS)?

Fahrerassistenzsysteme (FAS) sind eine Reihe von Technologien, die dem Autofahrer helfen, sicherer zu fahren. Die Systeme arbeiten mit Kameras und Sensoren, die beständig die Straßenverhältnisse analysieren und bei Gefahrenpotenzialen Alarm schlagen. Dazu gehören Funktionen wie zum Beispiel Kollisionsvermeidung, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten, Abstandsregler, Verkehrszeichenerkennung, Scheinwerfersteuerung, Rückfahrkamera und Notbremsassistenten. Diese Systeme sind entweder ab Werk eingebaut oder können nachgerüstet werden.

 

Wie Fahrerassistenzsysteme Leben retten können

Eine Standardsituation wie sie jeden Tag auf deutschen Straßen vorkommt: Ein Mann ist nach einem langen Arbeitstag auf dem Weg nach Hause. Obwohl der Fahrer sich bemüht, aufmerksam zu bleiben, driftet der Wagen immer wieder in die andere Fahrspur ab. Ist sein Wagen mit einem Fahrerassistenzsystem (FAS) ausgestattet, wird der Spurhalte-Assistent einen Warnton abgeben und den Fahrer alarmieren, damit dieser den Wagen wieder in die richtige Spur lenkt. Die Warnung ertönt, sobald das System Gefahr erkennt – meist früher als ein Mensch die Situation erfasst hat. In diesen wenigen Sekunden vor einer drohenden Kollision kann der Fahrer noch eingreifen und verhindern, dass das Fahrzeug mit anderen Verkehrsteilnehmern zusammenstößt.

Warum Fahrerassistenzsysteme stärker genutzt werden sollten

Einige dieser Fahrerassistenzsysteme, wie das Antiblockier-System (ABS), sind bereits Standard, andere, wie das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), sind zumindest Pflicht für Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen und neu zugelassene Pkw. Seit November 2015 sind auch der Notbremsassistent und der Spurhalteassistent in der EU für neu zugelassene Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen obligatorisch.

Gesetzliche Regulierungen sind bei der Etablierung von FAS hilfreich, denn oft scheitert es an den Kosten: Bislang sind nur etwa 15 Prozent der Neuwagenkäufer bereit, Geld für sicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme auszugeben, wenn diese zu den Sonderausstattungen gehören. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ unter Neuwagenkäufern.

Trotz der Investitionen, die für diese Systeme erforderlich sind, ist zu bedenken, dass Fahrerassistenzsysteme Leben retten und auch Geld sparen. „bester beifahrer“ weist darauf hin, dass 50 Prozent der schweren Unfälle sowie 25 Prozent der gesamten Unfälle in Fuhrparks durch FAS vermieden werden können. Allein dadurch lassen sich enorme Kosten sparen und Personen- wie Sachschäden vermeiden. Ein weiteres Argument für Fuhrparkmanager laut Initiative: Ein rund 10% niedrigerer Kraftstoffverbrauch durch Abstandsregler. Sie wirken höherem Benzinverbrauch durch häufiges Anfahren und Bremsen sowie Stop & Go-Verkehr wirken entgegen, da sie die Fahrgeschwindigkeit an den Verkehrsfluss anpassen.

Festzuhalten bleibt, dass der Markt für Sicherheits- und Assistenzsysteme deutlich wachsen soll: Bis 2020 prognostiziert Statista eine Umsatzsteigerung auf über 3,5 Millionen Euro in Deutschland (von 1,37 Millionen Euro im Jahr 2016). Somit werden in Zukunft immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen auf unseren Straßen fahren.